Der Wettbewerb der Gebirgslokomotiven

Als Payerbach im Mittelpunkt der Welt stand…

 

Man schrieb den Sommer 1851.

Seit drei Jahren arbeiteten nun schon tausende „Steinklopfer“ unter Ghegas Leitung am Bau von Trassen, Viadukten und Tunnels und legten Schienen auf dem steilsten Streckenabschnitt der Semmeringbahn von Payerbach nach Eichberg.

Nun war es an der Zeit,  Lokomotiven zu testen und auszuwählen, welche imstande waren, die bisher für unbezwingbar gehaltenen Steigungen von einem Meter auf 40 Meter Streckenlänge (25 Promille) zu bewältigen. Vier Lokomotiven waren es, die damals zur berühmten ‚Wettfahrt der Lokomotiven’ antraten und unter den strengen Augen der Jury und zur Freude Ghegas die Testfahrten zum Erfolg führten: Die „Bavaria“ von Maffei aus München, die „Seraing“ von Cockerill aus Belgien, die „Vindobona“ von der Wien-Gloggnitzer Eisenbahn und die „Wiener Neustadt“ der Lokomotivfabrik Günther aus Wiener Neustadt. Sieger dieser ‚Wettfahrten‘ war die Bavaria, deren Sieg mit einer Gelddotation von 20.000 Gulden honoriert wurde.

Man musste jedoch erkennen, dass ein Dauerbetrieb auf der drei Jahre später fertig gestellten Semmeringbahn mit keiner der Testlokomotiven möglich war und beauftragte Wilhelm Engerth, den genialen Maschinenbauer aus Wien, unter Zuhilfenahme der Erfahrungen des Wettbewerbs, eine neue und damit die erste Gebirgslokomotive der Welt zu bauen:

Die berühmte ‚Engerth-Lok’, die danach für Jahrzehnte in einigen Ländern mit Gebirgsstrecken in Europa eingesetzt wurde und heute als Modell im Technischen Museum in Wien zu bewundern ist.

 

Die Semmeringbahn war die erste Gebirgsbahn der Welt geworden – und sie fährt heute noch – dank Carl Ritter von Ghega, dem Visionär!

 

Kontakt:

info@tourismus-payerbach.at – 0043/660/2516160

 

Fotos: Robert Pap (aus dem Buch 'Weltkulturerbe Semmeringbahn'), F. Zwickl ("Engerthlok",Technisches Museum in Wien) 
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