Baulos Haupttunnel

Baulos HaupttunnelDie Semmeringbahn erreicht in der Mitte des Haupttunnels mit 894 Metern Seehöhe ihren höchsten Punkt. Beim Bau des Haupttunnels waren 2.500-3.000 Arbeiter beschäftigt, die in zwei Schichten zu je 12 Stunden schwerste Handarbeit zu verrichten hatten. Die sogenannten ‚Mörtelweiber‘, die vor allem beim Auskleiden der Tunnel verwendet wurden, hatten mit ca. 30% der Beschäftigten einen wesentlichen Anteil am gesamten Baugeschehen.

Die erste leistungsfähige Bohrmaschine für den Tunnelbau war erst 1857 einsatzfähig, sodass im Semmeringtunnel noch reine Handarbeit und zwar bei griesigem und tonigem Material mit Keilhaue und Schaufel und bei festem Gestein durch händisches Bohren, zu leisten war. Gesprengt wurde mit Schwarzpulver, da das Dynamit noch nicht erfunden war. Nach Überwindung schwierigster geologischer Verhältnisse beim Tunnelvortrieb und der erfolgreichen Bekämpfung des eindringenden Grubenwassers war man schlussendlich nach zweieinhalb Jahren Bauzeit soweit:

An den Hauptportalen des Tunnels wurde auf einer Marmortafel folgende lateinische Inschrift eingraviert:

FRANCISCUS JOSEPHUS I. AUSTR. IMP. HOMINUM RERUMQUE COMMERCIO ADRIATICUM GERMANICO JUNXIT MARE MDCCCLIV

Franz Josef I. Kaiser von Österreich hat für den Personen- und Warenverkehr das adriatische mit dem deutschen Meer verbunden, 1854.

 

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Foto: Prof. Robert Pap – aus dem Buch „Weltkulturerbe Semmeringbahn“